Von Bund und Land: PKV bekommt Zusage für besondere Klimaschutz-Förderung
Das Bundeswirtschaftsministerium und das Land Niedersachsen haben der PKV eine Förderzusage unter anderem für geplante industrielle Großwärmepumpen gegeben. Ziel ist die CO2-freie Produktion von Papier und Karton.
Die Papier- und Kartonfabrik Varel (PKV) ist wie alle energieintensiven Unternehmen verpflichtet, bis 2045 den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 auf null zu reduzieren. Für dieses technisch wie wirtschaftlich herausfordernde Ziel gibt es bereits konkrete Pläne der PKV (www.pkvarel.de/dekarb). Das Bundeswirtschaftsministerium und das Land Niedersachsen haben der PKV in Anerkennung dieser Pläne jetzt eine Förderzusage gegeben, die sich unter anderem auf den geplanten Einsatz von industriellen Großwärmepumpen und eines Hochtemperatur-Wärmespeichers bezieht. Ab 2029 könnten erste Aggregate installiert werden. Im Rahmen des Programms Bundesförderung Industrie und Klimaschutz (BIK) unterstützen Bund und Land nach erfolgreichem Abschluss gemeinsam mit bis zu 22 % des Projektvolumens, gedeckelt bei 30 Millionen Euro.
„Der BIK-Förderwettbewerb 2025 zeigt: Unsere Industrie ist bereit. Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit sind kein Widerspruch. Sie gehören zusammen“, so die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) Gitta Connemann.
Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne hebt die Anstrengungen der PKV hervor: „Die Papier- und Kartonfabrik Varel hat eine beeindruckende Erfolgsgeschichte und setzt seit Jahrzehnten auf Ressourcenschonung. Das Dekarbonisierungsvorhaben ist nicht nur ein wichtiger Schritt für das Unternehmen in Richtung einer nachhaltigen Zukunft, sondern auch eine Blaupause für andere Papierhersteller in Niedersachsen und darüber hinaus. Es zeigt, dass wir auch in energieintensiven Branchen nachhaltige Produktionsweisen etablieren können. Wir als Landesregierung unterstützen diesen Transformationsprozess mit Nachdruck und freuen uns, einen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase und zur Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region leisten zu können.“
Über diesen Rückenwind aus Berlin und Hannover freut sich auch PKV-Gesellschafter Kristian Evers: „Unsere Anstrengungen auf dem Weg zur Klimaneutralität sind ökologischer Anspruch, gesetzliche Verpflichtung und wirtschaftliche Notwendigkeit zugleich. Wir freuen uns sehr, dass diese besonderen Herausforderungen anerkannt und innovative Beiträge zur Transformation auf diese Weise unterstützt werden!“
Wichtig bleibe aber neben der Förderung auch „die Entwicklung eines Regelungsrahmes, der uns die Nutzung von grünem Strom zu wettbewerbsfähigen Kosten ermöglicht – insbesondere eine weitgehende Befreiung von Netzkosten (für die wir im Gegenzug netzdienliche Flexibilität zur Verfügung stellen) und ausreichende Mengen an grünem Strom“, so Evers. Die PKV hoffe auf baldige Klarheit zu diesen Rahmenbedingungen. „Aktuell gehen wir mit unserer Planung in Vorleistung, trotz Unsicherheiten, weil Abwarten auch keine Alternative sein kann.“ Der Einsatz industrieller Großwärmepumpen zur Steigerung der Energieeffizienz ist eine technische Innovation für die Papierindustrie, die insbesondere wegen der dynamischen Energiebedarfe der Papiermaschinen besonderer Vorbereitung und Steuerung bedarf. Gleichzeitig ist eine zwingende Voraussetzung für den Einsatz dieser Technik eine ausreichend dimensionierte Stromversorgung. Auch darauf arbeitet die PKV derzeit hin und benötigt einen neuen, leistungsfähigen Stromanschluss, für den derzeit durch die Unternehmen EWE NETZ und Avacon ein Abzweig vom 110-kV-Netz und ein entsprechendes Umspannwerk geplant werden.
